Burgen und Schlösser im Landkreis Amberg-Sulzbach entdeckt
Landkreis? Klar kenn ich! Oder doch nicht...?
Burgen und Schlösser in Amberg-Sulzbach – Teil 6
Eine Reise zu steinernen Zeugen der Geschichte
Am 16. Oktober 2026 ging es bereits zum sechsten Mal auf Entdeckungstour durch den Landkreis Amberg-Sulzbach. Unter dem Motto „Landkreis? Klar kenn ich! Oder doch nicht...?“ hatte KulTourAS mit Walter Heldrich eingeladen, diesmal die Burgen und Schlösser der Region näher kennenzulernen.
Begleitet wurde die Gruppe von der Heimat- und Kulturführerin Cornelia Platz, die unterwegs wieder viele interessante Geschichten, historische Hintergründe und so manche Anekdote parat hatte. Organisiert von KulTourAS und souverän gefahren von Alfred, wurde daraus eine abwechslungsreiche Reise zwischen Geschichte, Natur und überraschenden Begegnungen.
Schloss Neidstein – ein Schlossherr öffnet persönlich die PfortenDer erste Stopp führte nach Schloss Neidstein. Schon hier wartete eine besondere Überraschung: Der Schlossherr persönlich öffnete der Gruppe die Pforten.
Das Schloss, dessen Kern aus dem 16. Jahrhundert stammt, war seit 1466 über Jahrhunderte Stammsitz der Familie von Brand. Heute befindet sich das Anwesen in Privatbesitz und wird unter anderem als exklusive Event- und Hochzeitslocation genutzt.
Besondere Bekanntheit erlangte Schloss Neidstein im Jahr 2006, als der Hollywood-Star und Oscar-Preisträger Nicolas Cage das Anwesen für kurze Zeit erwarb.
Auch wenn die Gruppe das Schloss nur von außen besichtigen konnte, gab es bereits zum Auftakt viel zu entdecken – und die Erkenntnis: Im Landkreis kann man durchaus noch überrascht werden.
Amberg – vom Schloss direkt ins LandratsamtWeiter ging es nach Amberg zum Kurfürstlichen Schloss an der Vils. Das historische Gebäude dient heute als Hauptgebäude des Landratsamtes Amberg-Sulzbach. Über die berühmte Stadtbrille, eines der Wahrzeichen Ambergs, ist das Schloss mit dem gegenüberliegenden Zeughaus verbunden.
Und wieder kam es anders als geplant: Die Gruppe begegnete
zufällig den Bürgermeister der Stadt Sulzbach-Rosenberg, der sie freundlich
begrüßte.
Auf dem Weg über die Stadtbrille wurde die Gruppe
zudem auf eine weitere Überraschung aufmerksam. Als bekannt wurde, dass die
Besucher im Hause waren, ließ es sich der Landrat nicht nehmen, die
Gruppe persönlich in seinem Büro zu empfangen.
Damit aber noch nicht genug: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durften anschließend sogar einen Blick in die Schlosskapelle werfen.
Was als Besichtigungstour begonnen hatte, entwickelte sich damit zu einer Reihe ganz besonderer Begegnungen. So viel unerwartete Gastfreundschaft musste natürlich erst einmal bei einer Mittagspause verarbeitet werden.
Ebermannsdorf und Leidersdorf – Geschichte im WandelNach der Mittagspause führte die Route weiter nach Ebermannsdorf. Bei einem kurzen Halt erklärte Cornelia Platz die Geschichte des dortigen historischen Hofmarkschlosses und gab den Teilnehmern einen weiteren Einblick in die adelige Vergangenheit der Region.
Anschließend ging es weiter zum Schloss Leidersdorf
in Ensdorf. Heute präsentiert sich der schlossartige Komplex als markanter
historischer „Lost Place“. Die Ursprünge des Areals an der Vils reichen bis ins
14. Jahrhundert zurück. Einst befand sich hier ein bedeutendes Hammerwerk, in
dem Eisen verarbeitet wurde. Später eine Mahlmühle und ein Sägewerk.
Heute erzählt die Anlage auf ganz andere Weise von ihrer Vergangenheit: Zwischen Verfall, Industriegeschichte und Denkmalschutz schlummert hier ein Stück Oberpfälzer Geschichte im Dornröschenschlaf.
Schmidmühlen – barocker Glanz und BellonaLetzter großer Programmpunkt der Tour war Schmidmühlen mit dem Unteren Schloss.
Das um 1700 im Stil italienischer Adelspaläste neu errichtete Gebäude zählt zu den bedeutenden barocken Baudenkmalen der Region. Von außen fallen unter anderem das Schopfwalmdach, die Eckrustika und der Fachwerkerker ins Auge.
Das besondere kunsthistorische Highlight befindet sich jedoch im Inneren: Im Festsaal beeindruckt ein prachtvolles Deckenfresko mit der Kriegsgöttin Bellona, das zwischen 1703 und 1707 von Hans Georg Asam geschaffen wurde.
Doch auch außerhalb des Schlosses gab es etwas zu entdecken. Vorbei am weithin bekannten und farbenfrohen Gießkannenbaum, der sich längst zu einem der meistfotografierten Motive der Gemeinde entwickelt hat, ging es schließlich zur wohlverdienten Kaffeepause in die Hammermühle.
Ein besonderer Tag voller Überraschungen
Damit endete die sechste Landkreis-Tour – doch nicht ohne einen Blick nach vorne.
Walter Heldrich gab den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bereits einen kurzen Ausblick auf die kommenden Touren 7 und 8 und machte damit neugierig auf die nächsten Entdeckungen im Landkreis.
Zum Abschluss bedankte er sich bei Cornelia Platz für die informative und unterhaltsame Begleitung sowie bei Alfred für seine gewohnt souveräne Fahrt.
Eine Tour, die einmal mehr gezeigt hat: Man muss nicht weit reisen, um Geschichte zu erleben. Manchmal liegt das Spannende direkt vor der eigenen Haustür – und manchmal öffnet sogar ein Schlossherr persönlich die Tür.
Landkreis? Klar kenn ich! Oder doch nicht...?
Wir sehen uns bei der nächsten Entdeckungstour!